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Taugt mein Drucker was? Wie kann ich Drucker vergleichen?

Oft bekommen wir Anfragen wie wir Drucker testen und ob wir nicht unsere Vorlage herausrücken würden - He - ne Testseite ist in 5 Minuten selbstgebastelt, man muss nur wissen worauf es ankommt!

 

Drucker-Onkel zeigt, wie man sich eine Testseite bastelt.

Immer wieder sieht man in Zeitschriften oder auf Webseiten diverse Testeiten und Farbverläufe mit denen Drucker getestet und deren Ausdrucke verglichen werden. Drucker-Onkel erklärt, worauf es ankommt und wie man eine gute Testseite bastelt.

 

Wir benötigen dazu ein Programm zur Erstellung von Vektorgrafiken/Zeichnungen wie z.B. Corel Draw (Beispiele sind mit Corel Draw 11 erstellt). Alternativ geht es natürlich auch mit Malprogrammen wie Photoshop oder Photopaint.

 

Zeichenprogramme sind allerdings vorzuziehen, denn beim Druck von Zeichnungen erhält der Drucker Anweisungen wie z.B. "Ziehe eine Linie von a nach b", der Drucker bzw. Druckertreiber berechnet diese Anweisung und kann die Linie in bestmöglicher Qualität ausgeben. Bitmaps (Pixelbilder) werden Punkt für Punkt abgespeichert, d.h. entweder man speichert ein Bild in der optimalen Auflösung des Druckers und erhält riesige Dateien oder man beschränkt sich z.B. auf 300dpi und nutzt evtl. garnicht die Möglichkeit des Gerätes. Speichert man dann noch in einem Format wie jpg, das die Daten verlustbehaftet komprimiert indem es unwichtige Bildelemente einfach "verschwinden" lässt, dann hat man nicht mehr viel von seiner Druckvorlage. Also immer darauf achten daß man ein Zeichenprogramm verwendet und kein Malprogramm.

 

Jetzt gehs los...

ACHTUNG! Die Beispielbilder sind für die WEB-Darstellung angepasst und taugen nicht als Test. Man darf gerne selbst basteln :-)

 

Drucker verwenden in der Regel 4 Farben (Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz) und arbeiten damit im CMY-K-Modus. Monitore arbeiten in der Regel mit Rot, Grün und Blau (RGB-Modus). Alle anderen Farben werden durch Mischung dieser Grundfarben und deren Intensität dargestellt. Z.B. erhält man durch Mischung von Magenta und Yellow ROT. Theoretisch ganz einfach aber in der Praxis unheimlich komplex. Leider hat jedes Farbsystem seine Beschränkung und man kann auch nicht wirklich alle Farben zusammenmischen. Beim Druck kommt dann noch das Papier dazu, druckt man auf ein rein weißes Papier, dann sieht das ganz anders aus als auf einem grauen Recycling-Papier. Fotodrucker haben noch zusätzliche Zwischenfarben um Farbverläufe feiner darstellen zu können, für unsere Testseite können wir das aber unter den Tisch fallen lassen .

 

Zuerst wollen wir herausfinden, wie die Grundfarben auf unserem Drucker ausgegeben werden. Wir wählen folgende Farben: Cyan, Magenta, Yellow, Rot, Grün, Blau und Schwarz

Drucken wir diese Grafik aus, dann erkenne wir, ob das Gerät die Grundfarben sauber ausdruckt und ob es vielleicht Farbfehler gibt die z.B. durch unpassendes Papier, falsche Treibereinstellung oder sonstige Fehler hervorgerufen werden.

Der Druck der Grundfarben sollte einem normalen Drucker keine Probleme bereiten. Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz werden bei einem 4-Farb-Drucker aus den eingesetzen Patronen ohne jede Mischung ausgedruckt, hier sollte kein Raster sichtbar sein. Rot, Grün und Blau stellen jeweils die einfachste Mischaufgabe dar und auch hier sollten keine Raster sichtbar sein.

 

Wie sieht es mit der Sättigung der Farben aus? Was wenn der Drucker eine Farbe heller oder dunkler ausgeben soll? Dazu basteln wir uns einen abgestuften Farbverlauf der in 5%-Schritten von 0% auf 100% der jeweiligen Farbe ansteigt.

Bild: Farbverlaufstreifen - übrigens sollte auch Ihr Monitor jede Stufe unterschiedlich anzeigen können.
Bild: Farbverlaufstreifen - übrigens sollte auch Ihr Monitor jede Stufe unterschiedlich anzeigen können.

Bei optimalem Druck sollte sich jede Stufe von der vorhergehenden und der nachfolgenden unterscheiden lassen. In der Realität sieht man aber oft zwischen einzelnen Stufen keine Unterschiede.

 

Als nächstes überprüfen wir die Auflösung des Druckers. Ein Gerät mit 4800dpi (DOTS PER INCH) müsste eigentlich in der Lage sein, auf einen INCH (entspricht 2,54cm) 4800 Punkte unterzubringen also 189 Punkte pro Millimeter. Damit könnte man theoretisch Dias und Mikrofilme direkt ausdrucken.

 

Natürlich argumentieren die Druckerhersteller damit, das seien "optimierte" Angaben. Was auch immer die unter "optimiert" verstehen, das ganze ist einfach gelogen. Ein Auto mit 1000km/h optimierter Geschwindigkeit anzupreisen wenn es nur 160 fährt ist demnach auch nur optimiert und nicht gelogen. Testen wir also die Auflösung. Der Einfachheit halber in Schwarz, wer will kann das mit jeder Farbe durchspielen. Ein Drucker mit 100 Punkten einer Farbe pro Zoll müsste es schaffen, ein Muster mit 50 Linien pro Zoll so darzustellen, daß man die einzelne Linie erkennen kann. (50 Linien bedeutet 50x Punkt, 50x kein Punkt, damit 100 Punkte!) Mit einer Auflösung von 200 Punkten pro Zoll müssten 100 Linie darstellbar sein, mit 4800dpi dementsprechend 2400 Linien.

Bild: wir basteln uns eine Vorlage mit vielen senkrechten Linien.
Bild: wir basteln uns eine Vorlage mit vielen senkrechten Linien.

Wir basteln uns also eine Vorlage für 100 Linien pro Zoll, 200 Linien pro Zoll, etc. Aber keine Angst. Bei den meisten Druckern kann man bereits bei 200 Linien erkennen, daß die 4800dpi und mehr leicht daneben liegen. Liegt die Anzahl Linien pro Zoll über der Auflösung des Druckers, dann verschwimmt der Ausdruck. Der Drucker kann die Vorlage nicht mehr auflösen und fängt zu tricksen an. weiß+schwarz gemischt ergibt grau, grau kann man schön aus den Farben mischen, also tut man einfach so als ob man die Auflösung hätte und druckt Graustufen. Oft geht das schief und solche Drucke mit Raster oder Grauverläufe werden farbstichig. Übrigens ist diese Trickserei auch mit ein Grund warum die Farbpatronen sich wie von Geisterhand leeren wenn man eigentlich nur schwarz-weiss druckt. Für die Beurteilung des Ausdrucks benötigt man allerdings eine Lupe!

Bild: wir erstellen eine Vorlage von 1 Zoll Breite und jeweils 100/200/300 Linien.
Bild: wir erstellen eine Vorlage von 1 Zoll Breite und jeweils 100/200/300 Linien.

Obiges Bild zeigt die typischen Probleme die beim Druck und auch bei anderen Rastergeräten wie z.B. Bildschirmen auftreten wenn die Auflösung nicht zur Vorlage passt:

 

Die erste Zeile zeigt 300 Linien pro Zoll, die Auflösung der Umwandlung beträgt nur 300dpi, pro Line benötigt man aber 1x weiß und 1x schwarz also 600dpi. Die Software trickst jetzt einfach und fasst 2 nebeneinanderliegende Punkte zusammen. Der Mittelwert aus schwarz und weiß ist grau. Die Drucker machen das übrigens auch nicht anders!

 

Gemeinerweise habe ich noch die Größe auf einen schrägen Wert verändert. Damit kann es sein, daß bei der Umrechnung einmal mehr Schwarz-Anteile und einmal mehr weiß-Anteile für einen Punkt zur Verfügung stehen . Dadurch wird das Bild unruhig: Durch die Überlagerung des ursprünglichen Musters mit dem Raster der neuen Auflösung entstehen sogenannte Moiree-Muster.

 

Übrigens: das Bild ist bei 300dpi ca. 2,5cm breit. Bei niedrigerer Auflösung verschwimmt das Muster oder man kann natürlich auch einfach die Größe anpassen! Auf meinem Monitor mit ca. 96dpi ist das Bild ca. 8cm breit! 300dpi/96dpi = 3,125. Das Bild wird um diesen Faktor vergrößert dargestellt: 2,5cm*3,125=7,81cm. (Alle Werte sind angenähert und auf jedem Bildschirm anders!).

 

Moiree-Muster gibt es übrigens auch wenn man bereits gerasterte Vorlagen einscannt, z.B. Zeitungs-Bilder, denn hier überlagert sich das Druck-Muster der Zeitung mit dem Lese-Raster des Scanners. Abhilfe zu diesem Effekt gibt es in unseren Scanner-Tipps.



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