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Druckeronkel testet den HP Officejet Pro X576DW

(4.2014)

Die Officejet-Geräte der X-Serie sind seltsamerweise noch nicht sehr weit verbreitet. Liegt es an der neuen Technik mit seitenbreitem Druckkopf? An den doch etwas höheren Listenpreisen?

 

Jedenfalls liest man sehr wenig über diese Maschinen.

Und auch ich habe mich erst im Dezember 2013 dazu entschieden, einen X451DW zu testen.

Die Zurückhaltung ist aber absolut nicht angebracht. Die Geräte der X-Serie sind die absoluten Top-Maschinen im Tintenbereich!

 

Ich hatte mich schon geärgert, daß ich mir "nur" den Drucker gekauft hatte und nicht das Multifunktionsgerät.

Aber dann kamen 2 Dinge zusammen denen ich nicht widerstehen konnte:

1. HP hat mir ein Demogerät zu einem unwiederstehlichen Preis angeboten (leider nicht kostenlos :-))

2. Ein Kunde hat mir den X451DW abgekauft - dieser Kunde setzt übrigens mittlerweile 8 solcher Geräte mit CISS ein.

 

Tja und dann stand er da - der X576DW - der "Laserkiller".

Ein A4-Multifunktionsgerät  mit Drucker, Scanner, Kopierer und Fax. Alles was man im kleinen Büro benötigt.

Und das mit angeblich bis zu 70 Seiten/Minute - mit einem Tintendrucker!

 

Bei mir heisst das:

Ein Gerät (X576DW) ersetzt 4 andere Geräte: Officejet Pro X451DW (zwei so schnelle brauche ich nicht), Officejet Pro 8600 (Multifunktionsgerät, deswegen X576 statt X451) und 2 Stück HP Officejet Pro 8100.

Im Entwurfsmodus (Allgemeine Büroaufgaben) bringt die Maschine immer noch ordentliche Qualität und schafft da tatsächlich die 70 Seiten/Minute. Da schaut jeder Büro-Laser neidisch zu, denn aktuelle Farblaser liegen in der Regel bei 16-20 Seiten pro Minute. Größere Maschinen die dann auch schneller sind sind zwar erhältlich, kosten dann aber auch gleich ein Mehrfaches des X576DW.

Die meisten Sachen drucke ich im Standardmodus "Für professionelle Verwendung", auch da sind 30-40 Seiten pro Minute drin - also alle 2 Sekunden eine Seite.

Selbst im Duplex-Modus wird das Gerät kaum langsamer. Die üblichen Wartezeiten herkömmlicher Tintendrucker vor dem Wenden des Papiers für die rückseitige Bedruckung sind hier auf ein Minimum reduziert.

Für Fotos gibt es noch einen "Präsentationsmodus". Selbst da sind dann noch über 10 Seiten pro Minute drin.

Einen "recht heftigen" Vergleich hatte ich kürzlich erlebt als ich einen HP Farblaser M451 gegen den X551 (gleiche Maschine wie X576 aber reiner Drucker) antreten liess. Der Besitzer des M451 arbeitet mit MAC und druckt regelmäßig Flyer mit eingebundenen Fotos höchster Auflösung. Gedruckt wird in Postscript mit Indesign, die Seiten werden beim Druck auf die Druckerauflösung reduziert.

Die reine Druckzeit lag beim M451 bei unerträglichen 12 Minuten pro Seite vom Start der Datenübermittlung (Displayanzeige am Drucker daß gedruckt wird) bis zur Druckausgabe gegen nicht einmal eine Minute beim X551.

Vollflächige Fotos sind normalerweise Gift für jeden Postscript-Drucker, der X551 hat sich hier excellent geschlagen.

 

 

 

 

Kleine Große Kiste

Die Stellfläche des Gerätes ist nicht viel größer als die des Officejet Pro 8600. Passt also problemlos als Ersatz auf denselben Platz. Allerdings ist der Drucker doppelt so hoch wie meine alte Maschine.

Dadurch sieht das Gerät schon recht klobig aus.

Aber im normalen Büro sollte sich dafür problemlos ein Platz finden lassen. Farblaser mit vergleichbarer Druckleistung (40 Seiten/Min im Standard-Druck, 70Seiten/min im Schnelldruck) kommen normalerweise in A3 und brauchen einen Hubwagen für die Aufstellung.

Insofern ist das Gerät doch recht kompakt für die gebotene Leistung.

 

Bitte Papier

70 Seiten/Minute ist schon eine Hausnummer. Und auch die 40 Seiten/min im normalen Druckmodus liegen mit an der Spitze heutiger Bürodrucker. Im Tintenbereich gibt es nichts vergleichbares. Von Brother gibt es zwar ein ähnliches Gerät mit angegebenen 100 Seiten/min, das druckt aber nur schwarzweiss. Und die normalen Drucker mit beweglichen Druckköpfen sind in der Regel doch arg weit von der angegebenen Druckleistung entfernt.

 

Die hohe Druckgeschwindigkeit führt allerdings zu einem anderen Problem:

Das Papierfach fasst zwar knapp 500 Blatt, nicht aber die Papierausgabe.

Durch die Bauform begrenzt gibt es nach 200-300 Blatt Platzprobleme. Entweder fällt das Papier dann seitlich herunter oder der Drucker blockiert.

Bei größeren Druckjobs heisst es damit also alle 4-5 Minuten Papierausgabe leeren.

Da bringt auch die optionale 2. Papierzuführung nichts. Damit lässt sich zwar mehr Papier einlegen aber die Begrenzung des Ausgabefachs hat man trotzdem.

Das 2. Fach ist daher nur für Anwender die weniger oft Papier nachlegen wollen oder mit mehreren Papiersorten arbeiten, z.B. mit vorgedruckten Briefbögen.

Der Drucker hat seitlich übrigens eine Klappe die ausgeklappt als Universalzuführung arbeitet. Dadurch kann man weiteres Papier einlegen.

Leider hat HP seit einiger Zeit die Unsitte eingeführt, diese Universalzuführungen als Fach 1 zu bezeichnen, daher ist das Hauptpapierfach immer Fach 2.

Vom Papierhandlich her scheint die Maschine recht anspruchslos zu sein. Einzugsprobleme wie sie bei den älteren Modellen Officejet Pro 8000/8500  und früher oft beklagt wurden gab es bisher bei mir nicht.

Bei der Druckgeschwindigkeit muss die Mechanik aber auch stabil sein, ein Papierstau könnte sonst recht schnell Schaden anrichten.

Getestet habe ich von teurem 100g Papier für Flyer bis zu 10.000 Blatt 80g-Papier der billigsten Sorte für 2,- Euro/500Blatt fast alles was hier rumlag. Bisher ohne irgendwelche Probleme.

Billiges Papier kann aber auch Probleme bereiten wenn die Qualität nicht stimmt, wenn zuviel Abrieb erzeugt wird oder der Schnitt unsauber ist. Papier mit sichtbaren Knicken durch Transportschäden wie es oft bei Büroartikel-Versendern vorkommt die leider am Versandmaterial sparen sollte auf keinen Fall verwendet werden.

Auch bereits gebrauchtes Papier sollte in diesen Geräten nicht verwendet werden (in anderen Druckern übrigens auch nicht!)

 

Für beidseitige Druckjobs würde ich aber auf jeden Fall hochwertiges 90g-Papier oder sogar 100g-Papier empfehlen.

Schon alleine damit der Druck nicht auf der Rückseite durchscheint.

 

Druckqualität

Pixelzählen und über Farbwiedergabe meditieren ist nicht so mein Ding, das dürfen Fachzeitschriften und Test-Webseiten machen. Mir geht es primär um die praktische Anwendung.

 

Und für meine Anwendungen liegt der X576 gleichauf mit dem Officejet Pro 8600. Fürs Büro gibt es praktisch keinen Unterschied in der Druckqualität.

Wer Fotopapier bedrucken will und mit der Lupe rangeht ist bei Bürodruckern sowieso falsch abgebogen, aber selbst Fotos auf Normalpapier kommen Spitzenmäßig aus dem Gerät.

Die Farbwiedergabe ist schon im Normalzustand sehr gut und lässt sich mit geeigneten Hilfsmitteln (z.B. Datacolor Spyder Print) problemlos auf Werte kalibrieren die für 99% der Anwender passen.

Die Text- und Grafikwiedergabe liegt gleichauf wie bei Farblasern, die Fotowiedergabe weit darüber.

Glanz wie bei Laserdruckern gibt es allerdings bei Tintendruckern nicht, aber das braucht es ja auch nicht unbedingt.

 

Und was ist mit CISS?

Ciss im Officejet pro X576

Jetzt kommt natürlich was immer kommen müss - kann man die Kiste auch nachfüllen?

Ja man kann!

 

Eine erste Anleitung mit Erfahrungsbericht habe ich schon beim Officejet Pro X451DW mit CISS geschrieben.

Da die Geräte weitgehend baugleich sind und sich nur in der Geschwindigkeit unterscheiden gilt alles dort geschriebene auch hier.

Allerdings gibt es natürlich mittlerweile etwas mehr Erfahrung, ein paar Feedbacks und daher ist alles noch viel einfacher. Die folgende Info gilt als Ergänzung zum CISS-Selbstbau im X451DW:

 

Statt den Tank anzuschliessen und dann über die Öffnung an der Patronenrückseite die Tinte anzusaugen hat sich folgende Lösung bewährt:

 

Man nimmt irgendein CISS, wichtig sind nur die externen Tanks, die Patronen sind egal. Bei den X-Modellen muss man auf jeden Fall selber bohren, aber das ist ganz einfach.

Den Drucker baut man ganz normal auf und druckt damit. Irgendwann kommt die Meldung Patrone fast leer.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Refill. Nicht vorher, denn dann bohrt man in die gefüllte Patrone und wenn man Pech hat sabbert die Tinte raus. Und auch nicht später, denn wenn der Chip auf leer steht braucht man auch nicht mehr nachfüllen.

Man nimmt diese "fast leere" Patrone, bohrt wie bereits beim X451 beschrieben ein Loch rein, steckt die Gummidichtung aus dem CISS in die Öffnung und dann - die Neuerung - füllt man einfach mit der Spritze vorsichtig Tinte rein.

Den Füllstand der Patrone kann man recht gut fühlen, durch die kleine Öffnung kann es zu Blasenbildung an der Öffnung kommen, wenn die Blasen platzen kann Tinte durch den Raum spritzen, daher habe ich einfach ein Küchentuch um die Patrone gewickelt.

Ist die Patrone fast voll, dann sind wir schon fertig. 100% zu füllen ist garnicht notwendig!

Jetzt geht man zum Drucker und stöpselt den (richtigen) externen Tank ein. Ist alles dicht, dann kann man die Patrone in den Drucker einsetzen.

 

 

 

Tinte rein, Luft raus

Ist nochmal alles auf Dichtigkeit überprüft, dann kann man jetz Tinte in den externen Tank einfüllen.

Auch beim Füllen der externen Tanks und danach immer überwachen ob alles dicht ist.

 

Mit 2/3 gefülltem externem Tank nimmt man (bei meinen CISS-Systemen) eine mit Luft aufgezogene 10ml Spritze ohne Nadel, verschliesst die vordere Öffnung, steckt die Spritze auf die hintere Öffnung und drückt vorsichtig(!) Luft in den Tank. Es sollte Tinte durch den Schlauch in die Patrone fliessen. Nach ein paar Sekunden zieht man die Spritze wieder auf. Jetzt sollten Luftblasen aus der Patrone in den Tank strömen und man hört ein leichtes Blubbern.

Dieses Hin- und Her macht man so oft bis keine Blasen im Schlauch mehr zu sehen sind.

Aber Achtung - VORSICHTIG und nicht zuviel Druck, sonst kann der Drucker beschädigt werden (Überdruck im Druckkopf) - Weniger ist mehr. Lieber öfter mit wenig Druck pumpen.

Fertig!

 

Man muss nicht alle Patronen gleichzeitig umbauen, ich habe das in der Reihenfolge gemacht wie der Drucker "Patrone fast leer" gemeldet hat. Die restlichen Farben des CISS habe ich solange einfach leer gelassen.

Die Tanks stellt man etwas erhöht auf (ich habe ein Brett über dem Drucker), eine Fixierung gegen versehentliches herunterstoßen der Tanks schadet auf keinen Fall.

 

Tja und dann druckt man superschnell für superwenig Geld.

 

Allerdings der wichtige Hinweis:

CISS-Systeme gibt es nicht vom Originalhersteller. Es handelt sich immer um eine Bastellösung.

Durch Anbohren der Patronen oder anderen Modifikationen erlischt in der Regel die Garantie.

Ich verwende Inktec-Tinte Pigmentiert für HP 940/950, die gibt es in meinem Shop und damit habe ich bisher über 20.000 Seiten in X-Maschinen gedruckt. Das ist aber nicht repräsentativ. Anderes Druckverhalten kann vielleicht zu Problemen führen, bei mir tut es auf jeden Fall.

Wer sich mit CISS an die Maschine rantraut kann viel sparen. Das lohnt sich aber erst bei über 500 Seiten pro Woche.

Aber auch mit Originalpatronen sind die Druckkosten im Vergleich zu anderen Druckern sehr fair.

Egal ob einfach so mit Originaltinte oder mit Refill- die Kisten sind genial.

 

Wer schnell und günstig druchen will, dem kann ich die X-Maschinen von HP nur wärmstens empfehlen.

Kleine bis mittlere Büros mit hohem Druckaufkommen dürften mit diesen Geräten kaum etwas falsch machen.

Und im Gegensatz zu Laserdruckern gibt es auch keine Probleme mit Feinstaub!

 

Wer gerne Bastelt und sich an ein CISS rantraut, für den sind die Drucker ebenfalls sehr interessant.

Einfacher und billiger kann man sich zur Zeit keine Druckmaschine selbermachen - Mit Druckmaschine meine ich eine Lösung um für unter 1cent pro Seite zu drucken.

 

 

Update 18.8.2014 - Zwischenbericht

Nach 4 Monaten und etwas über 30.000 Seiten wird es Zeit für einen kleinen Zwischenbericht:

 

Papierstau gab es bisher keinen einzigen.

Egal ob billigstes 80g-Papier oder hochwertiges 100g-Papier, der X576dw hat alles bedruckt. Für doppelseitige Drucke bevorzuge ich aber 90g oder 100g Papier, bei 80g-Papier sieht man doch zu sehr die Rückseite durch.

Eine kleine Anomalie ist mir aufgefallen (und wurde mittlerweile auch von anderen berichtet): 

Ab und zu ist der Drucker sehr langsam. Der Ausdruck einer Seite erfolgt zwar in normaler Geschwindigkeit, das Gerät legt aber zwischen jeder Seite eine ewig lange Denkpause ein.

Nach einiger Zeit verschwindet das Problem wieder von selbst.

Woher das kommt und wieso das so ist konnte ich bisher noch nicht feststellen.

Alle 3-4 Wochen taucht das auf, hat bisher aber noch nicht weiter gestört.

 

Mit der Refilltinte gab es bisher keine Probleme.

Allerdings hatte ich seit letzter Woche einen leicht streifigen Ausdruck (Gelb hat über ca. 5mm am Rand gefehlt)

Nach der Reinigung über das Druckermenü war der Streifen weg, tauchte einen Tag später aber wieder auf.

Bei der Überprüfung der Patronen habe ich dann festgestellt, daß die Gelb-Patrone Luft enthält.

Also Patrone raus, senkrecht stellen mit Schlauchanschluss nach oben, externe Tanks 3/4 füllen, vordere Öffnung verschliessen, hinten eine aufgezogene 10mm Spritze drauf - vorsichtig drücken ziehen drücken ziehen usw. - beim Ziehen sollte es immer ein wenig blubbern (die Luft aus der Patrone strömt in den Tank zurück). Wenn es nicht mehr blubbert ist die Luft weitgehend draussen.

 

Übrigens - beim Ausbau der Patrone vorher immer den Magnet abnehmen, sonst meint der Drucker die Klappe wäre noch zu. Und bei geschlossener Klappe kann die Patrone nicht entnommen werden.

Wenn man einfach die Patrone rausnimmt ohne daß der Drucker das mitbekommt kann es zu Störungen kommen.

 

Nach dieser Aktion war der Streifen sofort wieder verschwunden.

 

In Schwarz war auch etwas Luft in der Patrone. 

Bei Problemen also immer auch mal die Patronen überprüfen ob etwas Luft drin ist.

 

Insgesamt bisher: Top Gerät, mit CISS unglaublich günstig und flexibel.

 

Wer viel druckt - und davon gehe ich bei CISS-Nutzung aus - der sollte sich nicht mit den kleinen Geräten abmühen die mit einem beweglichen Druckkopf arbeiten. Die X-Serie bringt einfach mehr.

 

 

Update 28.8.2014 - Reinigung nötig

Das Problem mit den Streifen ging einfach nicht weg.

Nach genauerer Untersuchung habe ich die Ursache gefunden  - der Resttintenbehälter war voll.

Wie der gereinigt wird habe ich hier beschrieben:

Reinigung des Resttintenbehälters bei der Officejet Pro X-Serie.



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