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Der Demoausdruck auf der Messe oder im Computershop begeistert, man kauft das Gerät, weil der Verkäufer einem Ausdrucke präsentiert, die von echten Fotos kaum zu unterscheiden sind. Zuhause angekommen die Ernüchterung - die eigenen Fotos sind matschig, pixelig und die Brillianz kommt bei weitem nicht an den Demodruck heran.
Waren die Ausdrucke im Laden geschönt? Betrügen die Hersteller ihre Kunden?
Nein! die Demodrucke sind zwar optimiert, aber theoretisch bekommt jeder die Qualität der Demodrucke auf seinem Drucker hin, nur praktisch fehlen meist die passenden Vorlagen bzw. die Geräte, um die Vorlagen zu erstellen.
Die Demoausdrucke sind natürlich auf dem bestmöglichen Papier gedruckt. Versuchen Sie nicht, Ausdrucke auf Normalpapier mit den Test-Drucken zu vergleichen. Wollen Sie hohe Qualität, dann müssen Sie leider auch das teure Spezialpapier kaufen
natürlich können Sie nur das drucken, was Sie bereits im Computer haben. Sie werden feststellen - Grafik-Ausdrucke und Zeichnungen unterscheiden sich kaum von Demoprints. Nur die Fotos - die kommen irgendwie nicht an den Demodruck heran.
Ein kurzes Nachdenken reicht bereits zum ersten Aha-Effekt: die meisten Anwender fotografieren mit einer Kompaktkamera, bestenfalls mit einer Spiegelreflex-Kamera. Die Filme sind vom Supermarkt und die Entwicklung der Bilder läuft über die Drogerie. Hauptsache Billig - aber eben auch nur mittelmäßig in der Qualität. Auch aktuelle Digitalkameras für den Heimgebrauch sind hier kaum besser. Die Druckerhersteller dagegen verwenden Mittelformat-Kameras vom Preisniveau eines Mittelklasse-PKWs.
Gut, die Bildvorlagen sind nicht optimal, aber so schlecht sind sie doch auch nicht oder?
Natürlich können die Hobby-Bilder von durchaus brauchbarer Qualität sein, aber die Dinger muss man erst einmal in den PC bekommen. Dafür verwendet man üblicherweise einen Scanner. Im Heimbereich natürlich einen Flachbett-Scanner. Supermarkt-Scanner im 100Euro-Bereich zeigen ihre Schwächen bereits auf dem Bildschirm. 1200dpi Scanauflösung bei 48bit bringen natürlich nicht viel, wenn der Farbraum zu begrenz und die Scanner-Optik mieserabel ist. Die Profis arbeiten mit Trommel-Scannern im Preisbereich einer Eigentumswohnung. (Merke - Auto und Wohnung verkaufen, dann haben wir bereits gute Bilder im PC). Als Heimanwender hat man natürlich die Möglichkeit, seine Fotos im Labor scannen und auf Photo-CD brennen zu lassen. Die Ergebnisse dieser Scans liegen meist weit über dem was man mit Heimgeräten erreicht.
Natürlich kennen die Druckerhersteller die Schwächen ihrer Geräte ganz genau. Da die meisten Drucker mit 4 oder 6 Farben arbeiten müssen alle anderen Farben gerastert, d.h. aus den Grundfarben zusammengesetzt werden. Bei dieser Rasterung sinkt natürlich die Auflösung dramatisch. Am einfachsten lenkt man vom unruhigen Raster ab, wenn man ein unruhiges Motiv verwendet. Merke: nie eine einfarbige Tischdecke unter den zu druckenden Obstkorb. Ein "hübsches" Muster kaschiert locker die Mängel des Druckers. Sollen Menschen auf das Motiv, dann um Himmels Willen keine bleichen Nordeuropäer. Die bleiche Gesichtsfarbe ist ein Härtetest für jeden Drucker. Besser sind Menschen mit dunkler Haut, wenn es denn sein muss eben aus dem Sonnenstudio Je heller die Farbverläufe, desto eher fallen die einzelnen, dunklen Druckpunkte auf. Abhilfe schaffen hier spezielle Foto-Drucker, die zusätzliche Farben wie Hell-Magenta und Hell-Cyan verwenden, neuerdings auch mit Grau-Tinte.
Welcher Heim-Anwender nutzt mehr als 10% seiner Bildbearbeitung? Bereits bei den grundlegendsten Funktionen wie Unschärfemaske, Tonwertkorrektur müssen die meisten Anwender aufgeben. Bei den Herstellern werken dagegen Profis, die selbst aus mittelmäßigen Vorlagen prachtvolle Bilder zaubern und natürlich wissen, worauf es ankommt.
Leider kann nicht jedes Gerät jeden Farbraum wiedergeben. Bildschirme arbeiten z.B. im RGB-Farbraum, Drucker dagegen im CMY-K-Farbraum. Zur Anpassung verwendet man sogenannte Farbprofile. Die Hersteller können es sich hier erlauben, für jeden Arbeitsplatz eigene Messungen und Einstellungen vorzunehmen, so daß Scanner, Monitor und Drucker (sogar je nach Papiersorte!) optimal aufeinander abgestimmt sind.Die benötigten Mess- und Justiergeräte sind für Privatanwender aber in der Regel unerschwinglich (Auto und Wohnung haben wir ja bereits für Foto und Scanner verkauft). So bleiben einem meistens nur die lieblos erstellten 0815-Farbprofile, die oft rechte Farbstiche produzieren. (Hersteller-Regel: verkaufe einen Drucker mit fehlerhaftem Farbprofil und der Kunde verbraucht erst einmal viel Tinte, um das Gerät korrekt einzurichten)
Die meisten Anwender haben mehrere Grafikprogramme mit jeweils eigenen Anpassungen installiert, dazu noch die Windows-eigene Farbanpassung aktiviert und vielleicht ist ja noch ein extra Farbmanagementprogramm installiert. Damit kann man natürlich keine brauchbaren Ergebnisse erzielen, denn doppelte Farbanpassung bringt natürlich nichts. Tipp: alle Farbprofile und -Managementprogramme abschalten, denn die beeinflussen sich oft gegenseitig. Sind die unbearbeiteten Drucke unbefriedigend, dann kann man die Profile nach und nach wieder einschalten, bis man zu einem brauchbaren Ergebnis kommt.
