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4800dpi? 5720dpi? glaubt man den technischen Daten der Hersteller, dann kann man mit handelsüblichen Druckern mittlerweile Dias ausbelichten und Microfilme drucken.
Doch was ist dran? Nüchtern betrachtet handelt es sich einfach nur um Werbefantasien (wir wollen es nicht Lüge nennen - nicht daß ich noch von einem Druckerhersteller verklagt werde).
Ich schrieb an Epson (andere Hersteller sind natürlich genauso betroffen), daß ich es toll fände, daß ihre Heimdrucker mir die Anschaffung eines Diabelichters ersparen würden und wollte wissen, welche Medien man für die Erzielung der höchsten Auflösung verwenden solle. Antwort von Epson: die 4800dpi werden nur auf Spezialpapier erreicht. Hä? das hatte ich doch gefragt - WELCHES Spezialmedium? Mein erneutes Nachfragen an Epson blieb bis heute leider unbeantwortet.
Oder lesen wir das kleingedruckte bei HP - 4800dpi optimierte Ausgabeauflösung (bei 1200 dpi Eingabeauflösung). Wenn ich mal Zeit habe besuche ich die Techniker bei HP mit einer Tafel Schokolade und lasse mir erklären, wie ich daraus 4 Stück machen kann. Theoretisch sind 4 kleine Punkte natürlich besser als ein großer. Aber woher soll denn die Information kommen, um die 4 Punkte einzeln anzusprechen, wenn ich dem Drucker nur die Daten für den großen Punkt gebe. Praktisch schafft allerdings kaum ein Tintendrucker überhaupt auch nur 600dpi. Alles was darübergeht ist reines Werbegeseiere. Wo 1200dpi reingehen (Eingabeauflösung) können keine 4800dpi rauskommen (Ausgabeauflösung)
Man muss nur das Kleingedruckte lesen. Z.B. HP 9xx-Serie: empfiehlt für Fotos Photo-RET III mit 600dpi. Optional gibt es noch einen Modus mit 2400dpi. Wählt man den an bekommt man aber eine Warnung - "Hilfe der Anwender will uns bei unserer Werbeaussage packen - bitte nicht mit 2400dpi drucken -"
Das Ergebnis unterscheidet sich komischerweise nicht von der anderen Druckart, ausser daß es langsamer ist. Mit Stand 2004 schaffen marktübliche Geräte um die 600dpi, alles andere ist genauso Werbemüll wie das Waschmittel das am weissesten wäscht (meine Buntwäsche?) oder sogar intelligent ist (vergleichen die das mit den Köpfen ihrer Werbeabteilung?). Vernünftige Werbung ist eben schwierig, wenn sich die Geräte in der Druckqualität kaum mehr unterscheiden. Zugegeben 4800dpi hört sich verdammt viel besser an als 600dpi, aber leider ist es gelogen. Die Müsli-Fraktion ist da schon ehrlicher. Cerealien sind schliesslich wirklich Cerealien - auch wenn es nur ein Fremdwort für Körner ist - die Aussage stimmt. 4800dpi schafft dagegen kein Heim-Drucker - das ist schlicht gelogen!
schnell, schneller am schnellsten - gelogen. Während Laserdrucker gut 70% - 80% der angegebenen Seitenleistung schaffen handelt es sich bei den Druckleistungen der Tintendrucker bestenfalls um die Zeit für den reinen Papiertransport, meist schaffen die Geräte nicht einmal das. Die Hersteller behaupten doch tatsächlich, daß ein 100,- Euro-Gerät 15-20 Seiten pro Minute schafft. Das ist eine Seite in 3 Sekunden! Im Draft-Modus (den sowieso keiner benutzt weil die Drucke hier schlechter aussehen als so manche Handschrift) schaffen die Tintendrucker meistens so ca. die Hälfte der angegebenen Seitenzahl. Aber wehe man verwendet die Druckeinstellung "Normal" oder "Optimal", dann bricht die Geschwindigkeit gut auf 10% oder weniger der Herstellerangaben ein. Und wer Fotos druckt hat statt 10 Seiten/min auf einmal eine Wartezeit von 10 Minuten/Seite. Merke: auch ein Kleinwagen schafft Tempo 200 - den Berg runter mit Rückenwind. Im Alltagsbetrieb wird aber kaum ein Gerät auch nur annährend die angegebene Geschwindigkeit erreichen.
Um den armen Anwender vor böser böser Nachfülltinte oder Basteleien an seinem Drucker zu schützen haben viele vorsorgliche Druckerhersteller ihre Patronen mit Chips versehen, die den Benutzer davor bewahren, auf falsche Pfade zu gelangen. Der Chip schützt den Anwender davor, eine "leere" Patrone versehentlich weiterzuverwenden, denn die Hersteller wissen - egal was der Anwender einfüllt - es ist alle schädlich was nicht vom Druckerhersteller selbst stammt. Die nach Herstellerangaben wichtigste Funktion des Chips - Messung der Druckmenge und Warnung vor Tintenmangel funktioniert meistens nicht. Zumindest Epson C70/C80, HP Officejet D135, Deskjet 5550 drucken lustig "ohne Tinte", ohne daß eine Warnung erfolgt, diese Technik funktioniert also nur sehr eingeschränkt.
Kennen wir das nicht? Ein neues Druckermodell kommt auf den Markt und die Patronen kosten 30% weniger. Toll - wäre da nicht nur 50% Inhalt drin. Wer rechnen kann ist klar im Vorteil.
Moderne Billigdrucker kosten oft weniger als der Hersteller für die Produktion ausgeben muss. Aber an irgendwas muss man ja verdienen. Hat der Anwender erst einen Drucker gekauft wird er kaum so schnell wechseln, also machen wir einfach die Tinte teuer. Und die Hersteller verdienen gut daran.
Beispiel HP (betroffen sind natürlich auch andere Hersteller. Oben haben wir Epson als Beispiel genommen, jetzt HP, aber prinzipiell gibt es kaum Unterschiede unter den einzelnen Anbietern):
Die weitverbreitete HP Nr. 45 Schwarzpatrone hat 42ml Tinte. Irgendwann kam jemand auf die schlaue Idee: 42ml ist viel Tinte, da kann man 500-800 Seiten drucken, die Leute kaufen kaum noch Patronen, wir verdienen nicht genug - und schwupps gab es BILLIGE Geräte die mit einer modifizierten Patrone angeboten wurden - die HP Nr. 15, 30% billiger aber nur 50% Inhalt.
Schlau - die Nr. 15 passt auch in Geräte die mit der Nr. 45 drucken - Ideal für pseudo-intelligente Käufer. ABER - die Nr. 45 passt nicht so einfach in Geräte die für die Nr. 15 ausgelegt sind.
Dummerweise lassen sich Nr. 15 und Nr. 45 sehr gut nachfüllen. Die Patronen sind einfach zu robust.
Also bringt man neue Patronen auf den Markt, die einen Schwamm enthalten. Der zersetzt sich mit der Zeit und Nachfüllen wird etwas schwerer. Und weil wir schon dabei sind ist gleich mal weniger Tinte drin.
z.B. die HP Nr 27 - 10ml sollten für die meisten Anwender ausreichen.
Wer ein wenig mehr für seinen Drucker ausgibt kauft Geräte die die Patrone Nr. 56 verwenden. Die ist nur 1 Euro teurer, hat aber 19ml Inhalt.
Übrigens - die Nr. 45 kostet knapp 50% mehr als die Nr. 27, hat aber 300% mehr Inhalt.
Preis pro ml (Stand 9/2004)
Nr. 27: ca. 1,8 Euro
Nr. 45: ca. 66cent
Also aufpassen beim Kauf - billig ist nicht preiswert. Und wer billig kauft zahlt am Ende vielleicht drauf!
Kleines Update aus 2/06 - lesen Sie meine Überlegung zu den Druckkosten
Umweltschutz ist in. Ich habe mir daher ein paar Gedanken zum Tintendruck gemacht. Und weil Epson gerade Tinte mit Bier vergleicht habe ich das auch gemacht. Hier gibts das Ergebnis meiner Überlegungen.
