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Eigenbau-CISS von Michael Krumpl

Bilder: Eigenbau-CISS von Michael Krumpl
Bilder: Eigenbau-CISS von Michael Krumpl

(26.5.2009)

Michael Krumpl hat mir Bilder und einen ausführlichen Erfahrungsbericht seines Eigenbau-CISS-Systems zur Verfügung gestellt.

Mit über 100.000 Seiten hat das System eine beachtliche Druckleistung hinter sich.

 

Hier der Original-Text von Michael Krumpl:

 

 

Zum Aufbau:

Verwendet habe ich:

 

- Vier 100ml Flaschen, welche ich von einem Nachfülltinteeinkauf übrig hatte

 

- Vier Winkelstücke, mit welchen man normalerweise den Schlauch an den Fertig-CISS-Patronen anschließt

 

- Einen Meter Tintenschlauch für 4 Farben

 

- 4 Aluröhrchen, 15 x 2 x 1,5 mm (Länge/Außendurchmesser/Innendurchmesser)

 

- 4 Leere HP Patronen Nr. 11 und 88

 

- etwas 5-Min-Epoxi

 

Bilder: Eigenbau-CISS von Michael Krumpl
Bilder: Eigenbau-CISS von Michael Krumpl

In die vier Flaschen wurde unten ein Loch mit dem Außendurchmesser des Winkelstücks gebohrt, diese wurden eingesteckt und mit 5-Min-Epoxy verklebt und abgedichtet.

 

Der Schlauch wurde nun versetzt abgeschnitten um ihn seitlich an den Flaschen wegzuführen.

 

Die Patronen wurden zerlegt und in den Kunstoffrahmen, auf welchem der Tintensack befestigt ist, wurde mittig ein 2mm-Loch gebohrt. hierbei sollte man darauf achten, dass keine Späne oder Sonstiges in die Patrone und somit in den Drucker und die Druckköpfe gelangen. Die Aluminiumröhrchen habe ich kurz in die Tischbohrmaschine eingespannt und ein ende vorsichtig mit sehr feinem Schleifpapier "poliert" um sicher zu stellen, dass der Schlauch eine glatte Kontaktfläche hat und keine Tinte durch evtl. riefen im Material austreten kann. Dann wurden die Röhrchen ebenfalls mit 5-Min-Epoxi in die Löcher in den Patronen eingeklebt.

 

Hierbei hab ich die Röhrchen erst ca. 1 mm in das Loch gesteckt, dann die Klebefläche mit dem Epoxi-Kleber eingestrichen und sie erst dann ca

 

6 mm hineingeschoben, um noch Kleber direkt an die Klebeflächen zu bringen. Nach dem Trocken wurde auch hier der Tintenschlauch aufgesteckt.

 

 

 

Das befüllen mit Tinte ist bei diesem System wesentlich einfacher als bei einem Fertig-CISS.

 

Man befüllt einfach die Flaschen mit Tinte, stellt diese höher als die Patronen und die Tinte läuft in die Patronen. Wenn keine Tinte mehr in die Patronen fließt, stellt man die Patronen höher, die Tinte läuft wieder zurück und zieht die Luftblasen, welche noch in den Patronen sind mit sich. Dies ist darum einfacher, da sich der Tintensack in den HP-Patronen zusammenziehen kann und somit die komplette Tinte inkl Luft wieder "herauslaufen" kann. Dies wiederholt man solange, bis keine Luft mehr durch die Schläuche zurückfließt.

 

 

 

Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass es ja Original HP-Patronen sind. Sie besitzen einen Gummibalg, welcher mittels der Pumphebel im Drucker die Tinte in den Drucker "drückt" diesen besitzen die Fertig-CISS-Patronen nicht. Ich denk nun mal, dass der Druck, welchen die Tinte im Drucker hat durch die Pumphebel bestimmt wird, im Fertig-CISS kann man den Überdruck ja nur dadurch erreichen, dass man die Tintentanks etwas höher stellt...wie hoch weiß ich nicht, ich habe die Tanks des Fertig-CISS immer ca. ein halben Meter überm Drucker stehen. Beim Selbstbau-CISS mit originalen HP-Patronen ist dies ja egal, da der Druck durch den Pumphebel bestimmt wird. Nur sollten die Flaschen immer höher stehen als die Patronen, sonst fließt keine Tinte nach.

 

 

 

Bisherige Erfahrungen.

 

 

 

ich habe bisher nun ca. 100.000 Seiten gedruckt, teils mit dem selbst gebauten, teils mit dem gekauften CISS.

 

Beim gekauften CISS hatte ich keinerlei Probleme, was die Dichtheit des Systems angeht. Hier hatte ich allerdings mal Probleme mit der Blauen Tinte. der Drucker hat manchmal kein Blau gedruckt, ich denk, dass keine Tinte von der Patrone in den Drucker geflossen ist. Woran das genau lag, weiß ich leider bis heute nicht. Das CISS ist jedoch nicht vom Drucker-Onkel sondern aus einem bekannten Auktionshaus.

 

Beim Eigenbau-CISS hatte ich einmal ein Dichtheits-Problem. Eines morgens seh ich, dass der Rote Tintentank komplett leer gelaufen ist, der Schreibtisch war komplett voller roter Tinte... Die Tinte ist jedoch nicht wie erst vermutet aus einem Loch im Schlauch oder dem Säckchen in der Patrone ausgelaufen, sondern aus einem Loch in dem eingeklebten Aluminiumröhrchen. Das komische: über ein Jahr ist kein Tropfen ausgelaufen und innerhalb einer Nacht ca. 50ml...Greift Druckertinte evtl. Aluminium an????

 

Ein weiteres Problem, welches mir aufgefallen ist, ist, dass nach ca.

2000 Seiten eines neuen Druckkopfes die Ausdrucke in schwarz etwas verschwommen werden...jedoch unabhängig vom CISS. Ich habe mehrere Liter Tinte von einem angeblichen Großhändler bestellt, ich denk, dass die schwarze Tinte einfach nicht guter Qualität ist...aber noch mal ausdrücklich...die Tinte ist NICHT vom Drucker-Onkel, allerdings habe ich schon ein Komplettset an Tinte vom Drucker-Onkel da...wenn die "Billig-Tinte" weg ist, kommt nur noch die in den Drucker. hier lohnt es sich nicht zu sparen....klar gibts Tinte, welche vielleicht 2 € pro Liter billiger ist...nur wenn man überlegt, dass man damit einen Druckkopf für 50€ zerstören kann merkt man, dass man hier am falschen Fleck spart.

 

 

 

Als Drucker habe ich bis jetzt zwei HP-OFFICEJET PRO K550 und einen HP-OFFICEJET PRO K5400 verwendet, in beiden liefen beide CISS problemlos, jedoch muss man, wie auch schon auf der Homepage beschrieben, beim K5400 die Chips des Fertig-CISS gegen Original-Chips tauschen, was aber problemlos geht. (Siehe Anleitung auf der Homepage).

 

Die Patronen werden dadurch dann irgendwann als "fast leer" erkannt, dann als "Unbekannt", der Drucker druckt aber problemlos weiter. Was meiner Meinung nach ein riesen Vorteil an den Originalchips ist: wenn sie einmal auf "Unbekannt" umgeschaltet haben, kann man am Stück so viel drucken, wie man will....die Reset-Chips stoppen ja irgendwann den Druckauftrag, wenn der Drucker meint, die Patronen sind leer.

 

Die K550 liefen zusammen ca. 40.000 Seiten, der K5400 nun schon über 65.000 Seiten ( ca. 2,5 Liter Schwarz und je 0,6 Liter Farbe) ... und er druckt immer noch problemlos. Aufgefallen ist mir jedoch auch der Tintennebel im Drucker und auch im Patronenfach. Als ich die CISS-Patronen letztens ausgebaut habe, musste ich feststellen, dass die obere Seite der Patronen auch voller Tintennebel ist. Anscheinend kommt der Nebel also auch in das Patronenfach.



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