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(10.3.2010)
Druckeronkels Druckerzerlegung Teil 3
Das Tintensystem
( -oder- wie kommt die Tinte zum Druckkopf?)
Nachdem ich in Teil 1 gezeigt habe wie man den K5400 zerlegt und in Teil 2 wie so ein Gerät nach 100.000 Druckseiten aussieht, geht es in Teil 3 um das Tintensystem.
Der Officejet Pro K5400 verfügt über getrennte Tintenpatronen und Druckköpfe.
Pro Farbe (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) wird eine Tintenpatrone benötigt. Das spart Kosten, da bei einer leeren Farbe nur die entsprechende Patrone ausgetauscht werden muss und nicht gleich eine Kombipatrone wie es bei billigen Geräten der Fall ist.
Gegenüber den Vorgänger-Modellen (Business Inkjet Serie) haben die Officejet Pro allerdings statt 4 Druckköpfen (einer je Farbe) nur noch 2 Kombi-Druckköpfe jeweils mit Cyan/Magenta bzw. Schwarz/Gelb.
Ursache könnten Kostengründe oder eine kompaktere Bauweise sein (oder beides).
Der Funktion tut das jedenfalls keinen Abbruch, in Sachen Druckqualität und Geschwindigkeit sind die neuen Geräten den alten jedenfalls deutlich überlegen.
Die Druckköpfe halten in der Regel weit über 10.000 Seiten und damit jeweils mehrere Tintenpatronen aus. Ich hatte sogar Druckköpfe im Einsatz die weit über 50.000 Seiten gehalten haben.
Im Bild rechts sieht man beim (zerlegten) K5400 das Patronenfach.
Dieses Fach befindet sich auf der linken Druckerseite. (von vorne betrachtet)
Die Patronen sind feststehend und werden beim Druck nicht bewegt. Die Tinte wird über Schlauchleitungen zum Druckkopf befördert.
Die Schlauchleitungen sieht man auf dem Bild rechts oben.
Die Tintenpatronen bestehen aus einem Kunststoff-Gehäuse und einem inneren Tintenbeutel.
Auf dem Bild sieht man schön die zerlegte Tintenpatrone aus meiner Refill-Anleitung für HP Nr. 10,11,88,940.
Der Anschluss der Patrone erfolgt über den Stutzen links(mittleres Teil im Bild).
Im Drucker befindet sich das passende Gegenstück zu diesem Anschluss.
Der Stutzen besitzt eine Gummidichtung und eine Feder. Beim Einsetzen sticht ein (innen hohler) Dorn durch diese Dichtung und stellt die Verbindung zwischen Tintenbeutel und Tintensystem im Drucker her.
Der kleine schwarze Gummibalg ist eine Art Pumpe.
Damit wird der nötige Druck aufgebaut, der die Tinte von der Patrone zu den Druckköpfen befördert.
Das Gegenstück ist der weiße Pumpenhebel im Patronenfach - einer für jede Patrone.
Über diesen Hebel wird gleichzeitig festgestellt ob eine Patrone leer ist.
Nicht der Chip ist ausschlaggebend (der meldet nur einen Schätzwert) sondern der Hebel!
Wenn dieser Hebel bei leerer Patrone den schwarzen Gummibalg zu stark eindrücken kann, dann weiss der Drucker, daß die Patrone leer ist und verlangt nach neuer Tinte.
Mit leeren Chips kann man beliebig lange mit Refills weiterdrucken, mit eingedrücktem Gummibalg bleibt der Drucker aber stehen und druckt nicht weiter.
Wenn man Originalpatronen nachfüllt muss man das immer rechtzeitig machen und die Patrone regelmäßig kontrollieren, z.B. durch Wiegen.
Ist der schwarze Gummibalg erst einmal eingedrückt, dann ist es sehr schwer bis unmöglich, dort wieder Tinte hineinzubekommen. Nachgefüllte Patronen bei denen dieser Gummibalg bereits vorher eingedrückt war werden vom Drucker in der Regel nicht mehr angenommen.
Irrtümlich wird oft angenommen es läge am Chip - der Chip ist aber uninteressant. Wichtig ist nur daß ein funktionsfähiger Chip vorhanden ist - ob voll oder leer ist egal!
Nachgebaute China-Tanks haben diesen Gummibalg nicht.
Damit kann der Drucker nicht mehr erkennen ob die Patrone leer ist, bei nicht rechtzeitigem Auffüllen kann das Tintensystem leergedruckt werden, dann ist zumindest mit einem defekten Druckkopf zu rechnen.
Ausserdem funktioniert der Druckaufbau nicht mehr richtig.
Die Meinung ob solche Tanks funktionieren wird kontrovers diskutiert.
Druckeronkels Meinung dazu:
am besten sind Original-Tanks, denn hier stimmt alles.
Der Refill der Originalpatronen ist einfach und nach meiner Anleitung auch schnell durchgeführt. Man darf eben nur wie gesagt die Patrone nicht komplett leerdrucken.
Ein CISS kann man ebenfalls selbst bauen. Mit externen Tanks, ein paar Schläuchen und den Originalpatronen geht das recht einfach.
Allerdings muss man eingermassen geschickt vorgehen und aufpassen daß anschliessend alles wieder dicht ist. Eine Anleitung zum Eigenbau-CISS gibt es bei mir natürlich auch -> Anleitung Eigenbau-CISS.
Einzelpatronen, als "Easy-Refill-Lösung" angeboten taugt nichts - zu schnell sind die Patronen unbemerkt leergedruckt und der Drucker leidet darunter (defekte Druckköpfe, etc.)
Dieselben Patronen mit externen Tanks dagegen funktionieren einwandfrei - 100.000 Seiten mit meinem K5400 und weit über 500.000 Seiten insgesamt belegen das.
An den externen Tanks sieht man gut den Füllstand - damit kann man rechtzeitig auffüllen - wenn man es vergisst hat man aber dasselbe Problem wie oben.
Stellt man die externen Tanks auf den Drucker, dann reicht der Druck aus, die fehlende Pumpe stört hier nicht (zumindest bei der von mir angebotenten CISS-Lösung mit der von mir angeboteten Tinte!)
